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Léonore Boulanger

Aufgewachsen vor den Toren von Paris, in den Vororten der Oulipianer, dieser Wander-Dichter, welche rückblickend die trotz der ländlichen Umgebung durchaus empfundene Langeweile mildern. Ist im Schauspielunterricht in sehr jungen Jahren nicht so schüchtern wie im wahren Leben.

Studiert vier Jahre lang Schauspiel an Pariser Konservatorien und fragt sich, ob sie wirklich Gefallen daran findet, sich der Sprache anderer zu bedienen. Will künftig singen, wird sich bewusst, dass sie eigentlich schon immer gesungen hat, und wendet sich dem Jazz zu. Begegnet Jean-Daniel Botta mit dem unmittelbaren Wunsch, gemeinsam Songs zu schreiben.

Nehmen, ohne lange zu überlegen und mit dem Vorwand, Alexandre Saada und Laurent Séries kennenzulernen, von 2007 an ihre ersten Lieblingstitel auf. Weitere Ausbildung des Ohrs und der Stimme, von der Klassik bis zur freien Improvisation; tritt gleichzeitig in Paris und Brüssel wie auch in Berlin auf. Begegnung mit Pariser Künstlern und Beteiligung an der Gründung des Labels „Le Saule“, was spannend ist und dazu auffordert, in der Substanz zu graben. Bringt 2010 „Les pointes et les détours“ heraus, Beginn eines über die traditionellen Formen des „Chanson“ hinausgehenden Studiums, wendet sich dem französischen Impressionismus und gleichzeitig einem gewissen African Folk zu.

Von nun an „on the road“ und singt auf Straßenfestivals: von Avignon über Ferrara bis Friedrichshafen. Stellt das gesprochene Wort auf die Probe, fühlt sich wohl mit dem KöperInstrument in der Glossalie der Straße. Entdeckt die moderne Kunst, die primitive Kunst und die Gedichte Kandinskys. Löst sich nach und nach von flüchtigen Empfindungen und wendet sich dem Konkreten vor der Abstraktion zu. Beschäftigt sich mit den Techniken und dem Repertoire alter persischer Gesänge. Expressionismus, Primitivismus, die französische Sprache im Dialog mit der Musik Zentralasiens und Afrikas.

Ihr aktuelles Album Feigen Feigen erscheint am 12. September 2016 bei Ana Ott.



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